On The Road Again

Auf dem Weg von Vegas zum Grand Canyon biegen wir von der Interstate 40 ab auf die legendäre Route 66. Als die Interstate 1984 gebaut wurde verlor die heutige Kultstraße an Bedeutung, sogar die »Arizona 66″-Schilder wurden abmontiert. Dem Einsatz einiger Anrainer in Ortschaften wie Peach Springs und Seligman ist es zu verdanken, dass die Straße nun als »Historic Route 66″ geführt wird. Mehr als harmlose Touristenattraktionen sind von den Städtchen trotzdem nicht übrig geblieben.

Atomic City

image

Ich kann mich nicht entscheiden: soll ich schockiert oder begeistert sein beim Anblick des Las Vegas Strip? Innerhalb von 15 Minuten läuft man unterm Eiffelturm durch, am Forum Romanum vorbei, sieht die komplette Skyline von New York und endet schließlich unter künstlichem Tageshimmel an den venezianischen Kanälen samt singendem Gondoliere. Guckt man sich noch mehr um so sieht man versinkende Piratenschiffe, ausbrechende Vulkane, großartige Fontänenspiele… und währenddessen wird man von einem 40 Grad warmen Wüstenwind angefönt. Der ist allerdings das einzige, was echt ist.

Into the Great Nothing

Wenn man in einer Stadt ankommt und gleich das Gefühl hat, dass es draußen in der Wüste interessanter war, dann ist das kein gutes Zeichen. Welche armen Teufel wohnen wohl in Barstow, Kalifornien? Viele können es nicht mehr sein, an der Hauptstraße stehen zehn von zwölf Geschäften leer. Nur die großen Supermärkte und Fast-Food-Ketten haben überlebt. Die lokale BMX-Jugend trifft sich beo Hungry Jack’s. Zum Glück bleiben wir nur eine Nacht.

Angereist sind wir von Ventura, und da wir sowieso quer durch L.A. fahren mussten haben wir gleich noch mal an unserer Lieblings-Eisdiele »Cantaloop« am Hollywood Blvd angehalten… :-) Bei der Gelegenheit haben wir uns auch das Hollywood Sign aus der Nähe angeschaut, aber das war’s dann auch endgültig mit L.A.

Der Norden vom Süden

»On my way up north,
Up on the ventura…»
Tori Amos — A Sorta Fairytale (2002)

Seit ein paar Tagen sind wir nun schon mit unserem Auto unterwegs, einem knallroten Chevrolet mit vier Türen und genug Platz im Kofferraum für unser erstes Ziel: ein Outlet-Center in San Ysidro, direkt an der mexikanischen Grenze. Eigentlich hatten wir dort nur zwei, drei Stunden eingeplant, aber wie das so ist im Schlaraffenland… abends um sechs machten wir uns dann mit einigen Hosen, T-Shirts, Schuhen, Kapuzenpullis auf den Weg nach Ventura.

Vier Churros für ein Hallelujah

»San Diego… was a mistake!»
The Eternal Afflict (1992)

Lange Jahre war diese Refrainzeile einer weitgehend unbekannten Dark-Wave-Band das einzige, was mich mit San Diego verband. Damals, Anfang der 90er, brachten die ersten Töne dieses Songs einen Pulk schwarz gewandeter Gestalten aus den Ecken unserer Kleinstadtdisco hervor, die dann zu unserer Belustigung ihren charakteristischen Drei-Schritte-vor, Drei-Schritte-zurück-Tanz aufführten. Wir sprangen lieber wild zu Pearl Jam und Soundgarden durch den Felsenkeller.