Donnerstag, 27. August 2009 – 19:00

Das ist also das Vermächtnis der vielleicht geachtetsten Jazz-Formation der letzten Jahre. Die Schweden Dan Berglund (Bass), Magnus Öström (Schlagzeug) und natürlich der Großmeister selbst, Esbjörn Svensson (Klavier) machten gegen 1999 mit From Gagarin’s Point of View international auf sich aufmerksam, als sie klassischen Trio-Jazz mit modernen und poppigen Tönen kombinierten, ohne dabei in den Mainstream abzurutschen. Leichtgängig und doch experimentell, diesen Spagat haben sich die drei Herren bis zum Schluss bewahrt. [weiterlesen…]
Donnerstag, 27. August 2009 – 17:11

Tori Amos wurde beizeiten als die neue Kate Bush gefeiert und wird noch heute gerne mit schweinischen Bildchen in Verbindung gebracht. Ein bisschen Skandal war schon für so manche Karriere förderlich, bei Tori aber waren es aber schon immer ansprechende Kompositionen und gehaltvolle, reflektive Texte, die zwar nicht unbedingt die Masse der Radiohörer, aber dennoch die Freunde nicht ganz alltäglicher Musik anspricht.
Ein paar Hits hat sie auch verbucht, und der bis dato erfolgreichste findet sich auf diesem Album: „A Sorta Fairytale“ ist eine schön verträumte und sehr sehnsüchtige Nummer. Trotz seiner Eingängigkeit ist Scarlet’s Walk kein Mainstream-Album, sondern enthält Singer/Songwriter-Musik im Wortsinne: eine Stimme, ein Klavier, 18 Reisegeschichten um die Post-9/11-USA, und nicht zu vergessen: eine Begleitband. Die macht nämlich aus dieser weitgehend akustisch anmutenden Platte erst das kleine Juwel, das sie ist. [weiterlesen…]
Sonntag, 16. August 2009 – 01:48

„Meine Generation hat keine Subkultur“ schreibt Meredith Haaf. Sowas ähnliches habe ich auch schon mal gedacht — musikalisch gesehen hat sich seit Anfang der 90er nicht so viel verändert, wie in den Jahrzehnten vorher. Waren die 60er von Flower-Power-Singer-Songwriter geprägt, die 70er von Psychedelic, Progressive und sonstigem Rock, die 80er von synthetisch kühlem Pop und schließlich die 90er von den Wutausbrüchen des Grunge, gibt es seit dem und bis heute kaum Abgrenzung zu den vorherigen Jahren. Die wegweisenden Platten von Nirvana und Rage Against The Machine, Soundgarden und Pearl Jam, Green Day und RHCP werden auch über 15 Jahre nach ihrer Veröffentlichung nicht als Oldies empfunden, sondern als aktueller Sound. Etliche Bands der letzten 10 Jahre erscheinen wie Remakes — und werden (genau wie aktuelle Kinofilme) häufig auch als solche beworben: Wolfmother, die neuen Led Zepellin; The Strokes, die neuen Stones; Coldplay, die neuen U2; The ABCs, die neuen The XYZs… Was ist nun der typische Sound des beginnenden 21. Jahrhunderts? Gar keiner? Schade.
Der Artikel „Hilfe, die Welt will was von uns“ von Meredith Haaf ist eine treffende Bestandsaufnahme, nicht so sehr aus musikalischen Blickwinkeln, sondern als nicht quängelnde Kritik an uns selbst. Pflichtprogramm!
Hilfe, die Welt will was von uns
geschrieben von bvp
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