»Meine Generation hat keine Subkultur« schreibt Meredith Haaf. Sowas ähnliches habe ich auch schon mal gedacht — musikalisch gesehen hat sich seit Anfang der 90er nicht so viel verändert, wie in den Jahrzehnten vorher. Waren die 60er von Flower-Power-Singer-Songwriter geprägt, die 70er von Psychedelic, Progressive und sonstigem Rock, die 80er von synthetisch kühlem Pop und schließlich die 90er von den Wutausbrüchen des Grunge, gibt es seit dem und bis heute kaum Abgrenzung zu den vorherigen Jahren. Die wegweisenden Platten von Nirvana und Rage Against The Machine, Soundgarden und Pearl Jam, Green Day und RHCP werden auch über 15 Jahre nach ihrer Veröffentlichung nicht als Oldies empfunden, sondern als aktueller Sound. Etliche Bands der letzten 10 Jahre erscheinen wie Remakes — und werden (genau wie aktuelle Kinofilme) häufig auch als solche beworben: Wolfmother, die neuen Led Zepellin; The Strokes, die neuen Stones; Coldplay, die neuen U2; The ABCs, die neuen The XYZs… Was ist nun der typische Sound des beginnenden 21. Jahrhunderts? Gar keiner? Schade.
Der Artikel »Hilfe, die Welt will was von uns« von Meredith Haaf ist eine treffende Bestandsaufnahme, nicht so sehr aus musikalischen Blickwinkeln, sondern als nicht quängelnde Kritik an uns selbst. Pflichtprogramm!


